SexdateDeutschland.de

Startseite › Ratgeber › Fake-Profile erkennen

Fake-Profile erkennen: so trennen Sie echt von unecht

Wer Fake-Profile erkennen kann, spart Zeit, Geld und Nerven. Hier lesen Sie, welche Merkmale im Profil und im Chat auffallen, wie Sie selbst nachprüfen und was Sie tun, wenn es Sie doch getroffen hat.

Titelgrafik: Fake-Profile erkennen

Von der Redaktion SexdateDeutschland.de ·

Warum es Fake-Profile überhaupt gibt

Hinter einem unechten Konto steckt fast immer ein Ziel, und meistens ist es Geld. Manche Betrüger bauen über Wochen eine Beziehung auf, um am Ende um eine Überweisung zu bitten. Andere wollen intime Bilder, um damit zu erpressen. Wieder andere leiten auf fremde Seiten weiter, sammeln Daten oder werben für kostenpflichtige Angebote. Und auf manchen Portalen schreiben bezahlte Mitarbeiter, die nie zu einem Treffen erscheinen werden.

Wer weiß, worauf diese Konten aus sind, erkennt sie leichter. Denn so verschieden die Maschen sind, sie folgen ähnlichen Mustern: Sie wirken zu gut, sie drängen, und früher oder später verlangen sie etwas, das mit einem Date nichts zu tun hat.

Merkmale, die schon im Profil auffallen

Der erste Blick gilt den Fotos. Unechte Profile zeigen oft nur ein oder zwei Bilder, die wie aus einem Katalog wirken: perfektes Licht, professionelle Pose, kein Alltag im Hintergrund. Echte Menschen haben selten ausschließlich Studiofotos. Seien Sie auch skeptisch, wenn alle Bilder aus derselben Aufnahme stammen oder das Gesicht nie ganz zu sehen ist.

Fake-Profile erkennen: Porträt einer Frau an einer Hauswand im Abendlicht
Foto: Matt Moloney, CC0 1.0, via Openverse

Dann der Text. Ein Profil, das kaum etwas über die Person sagt, aber viel über Ihre Wünsche verspricht, ist ein Warnsignal. Ebenso Widersprüche: Ein angegebenes Alter, das nicht zu den Fotos passt, ein Wohnort in Ihrer Stadt bei gleichzeitigem Job auf einer Bohrinsel oder im Auslandseinsatz, Formulierungen, die wie maschinell übersetzt klingen.

Fehlen Angaben, die auf der Plattform fast alle ausfüllen, etwa was die Person eigentlich sucht, kann das auf ein schnell angelegtes Konto hindeuten. Echte Mitglieder füllen ihr Profil selten perfekt aus, aber sie schreiben meist etwas Persönliches hinein: einen Lieblingsort, einen trockenen Witz, eine kleine Eigenheit.

Achten Sie auf die Aktivität. Ein Konto, das wenige Minuten nach Ihrer Anmeldung mit Komplimenten auf Sie zukommt, ohne dass Sie selbst geschrieben haben, verdient einen zweiten Blick. Viele Anbieter prüfen nach eigener Angabe Konten oder Fotos. JOYclub spricht auf seiner Startseite von „ausschließlich echten Menschen“, C-Date schreibt „Wir prüfen alle Nutzer und Bilder“, Tinder nennt im deutschen App Store eine Fotoverifizierung, und Badoo lässt dort laut Beschreibung den Kontakt auf verifizierte Profile begrenzen. Das sind Angaben der Anbieter, die wir nicht überprüft haben. Ein Prüfsiegel am Profil hilft, ersetzt aber nicht Ihr eigenes Urteil.

Warnzeichen im Chat

Die meisten Fakes verraten sich erst im Gespräch. Typisch ist ein Tempo, das nicht zu einer neuen Bekanntschaft passt: große Gefühle nach wenigen Tagen, Pläne für eine gemeinsame Zukunft, bevor Sie sich je gesehen haben. Die Polizei beschreibt in ihren Hinweisen zum Romance Scamming genau dieses Muster: Treffen werden geplant und kurzfristig wegen dramatischer Zwischenfälle abgesagt, danach folgt die Bitte um Geld für eine Notlage, ein Flugticket oder eine Behandlung.

Weitere Warnzeichen sind die Bitte, den Chat schnell auf einen Messenger zu verlegen, Links zu fremden Seiten, auf denen Sie sich „zur Sicherheit“ registrieren sollen, und Fragen nach Ausweiskopien oder Bankdaten. Auch wer ständig Gründe findet, warum ein Videoanruf gerade nicht geht, aber gleichzeitig um private Fotos bittet, spielt ein bekanntes Spiel.

Achten Sie auch auf die Sprache. Viele Betrugskonten arbeiten mit vorbereiteten Texten, die zu jedem passen könnten: lange Liebesbekundungen ohne Bezug auf das, was Sie geschrieben haben, dieselben Komplimente in jeder Nachricht, Antworten, die Ihre Fragen übergehen. Fragen Sie konkret nach, etwa nach einem Detail aus dem Profil oder einer früheren Nachricht. Wer wirklich mit Ihnen spricht, geht darauf ein; ein Skript weicht aus oder wechselt das Thema.

Eine besonders unangenehme Masche ist die Erpressung mit intimen Aufnahmen. Das Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik warnt, dass Täter auch auf Dating-Plattformen zunächst harmlos Vertrauen aufbauen und dann vorschlagen, Nacktbilder zu tauschen oder per Video weiterzumachen. Stimmen Sie dem bei Menschen, die Sie kaum kennen, nicht zu.

Bezahlte Schreiber: ein Blick in die AGB

Nicht jedes unechte Profil gehört einem Betrüger von außen. Manche Portale setzen selbst Mitarbeiter ein, die mit Mitgliedern schreiben, damit diese Nachrichten kaufen oder ihr Abo verlängern. Die Verbraucherzentrale rät in ihren Tipps für Singlebörsen, vor der Anmeldung Impressum, Leistungen und AGB zu lesen. Dort steht, ob ein Anbieter mit sogenannten Moderatoren oder Controllern arbeitet. In diesem Fall schreiben Sie nicht mit echten Menschen, und ein Treffen wird es nicht geben.

Ein Anbieter mit klarem Impressum, einem Sitz in der EU und verständlichen Kündigungsregeln ist deshalb ein guter Anfang. Unsere Erfahrungsberichte, etwa zu JOYclub, nennen für jeden Dienst, was er selbst über Prüfung und Sicherheit sagt.

So prüfen Sie ein Profil selbst

Ein paar einfache Schritte bringen schnell Klarheit. Laden Sie ein Profilbild in eine umgekehrte Bildersuche; taucht das Foto unter anderen Namen oder auf Stockfoto-Seiten auf, ist die Sache entschieden. Geben Sie den Namen, den Ihnen die Person nennt, zusammen mit dem Wort „Scammer“ in eine Suchmaschine ein.

Schlagen Sie früh einen kurzen Videoanruf vor. Ein echter Mensch, der Sie treffen möchte, hat dafür in der Regel ein paar Minuten. Stellen Sie Fragen, auf die nur jemand vor Ort eine Antwort weiß, und achten Sie darauf, ob die Antworten zu früheren Nachrichten passen.

Ein Blick auf die Uhrzeiten hilft ebenfalls. Antwortet jemand, der angeblich in Ihrer Stadt wohnt, verlässlich nur mitten in der Nacht, oder kommen lange Nachrichten Sekunden nach Ihrer Frage, passt das selten zu einem gewöhnlichen Alltag. Für sich allein beweist das nichts, zusammen mit anderen Zeichen ergibt sich aber schnell ein klares Bild.

Und schließlich: Schlagen Sie ein Treffen an einem öffentlichen Ort vor. Wer nach Wochen intensiven Schreibens immer noch Ausreden findet, will vermutlich etwas anderes als ein Date. Wie Sie ein erstes Treffen gut planen, lesen Sie im Ratgeber sicheres Sexdate.

Wenn Sie hereingefallen sind

Scham ist verständlich, aber fehl am Platz: Diese Maschen werden professionell betrieben. Brechen Sie den Kontakt ab, sobald Geld, Gutscheine oder Gefälligkeiten verlangt werden, und überweisen Sie nichts weiter. Sichern Sie Chatverläufe, Profilnamen und Zahlungsbelege mit Screenshots, bevor das Konto verschwindet.

Melden Sie das Profil über die Meldefunktion der Plattform, damit es gesperrt werden kann, und erstatten Sie Anzeige bei der Polizei, vor Ort oder über die Onlinewache Ihres Bundeslandes. Haben Sie bereits Geld überwiesen, sprechen Sie sofort mit Ihrer Bank. Erzählen Sie außerdem einer Person Ihres Vertrauens davon: Ein Blick von außen hilft, die Geschichte nüchtern zu sehen, und auch die Polizei rät dazu, über einen Verdacht mit Freunden oder Familie zu sprechen. Bei einer Erpressung mit Bildern gilt: nicht zahlen, nicht antworten, Beweise sichern und Anzeige erstatten.

Kurz gefasst: Wer Fake-Profile erkennen will, schaut auf Fotos, Tempo und Forderungen. Echte Menschen haben Alltagsbilder, lassen sich Zeit und wollen Sie treffen, nicht Ihr Geld.

Weiterlesen

Häufige Fragen

Woran erkenne ich ein Fake-Profil am schnellsten?

An wenigen, sehr professionellen Fotos, einem leeren oder widersprüchlichen Profiltext und einem Chat, der viel zu schnell sehr persönlich wird.

Hilft die umgekehrte Bildersuche wirklich?

Oft ja. Taucht ein Profilfoto unter anderen Namen oder auf Bildagenturen auf, ist das Konto mit großer Wahrscheinlichkeit unecht.

Was bedeutet es, wenn jemand nie per Video sprechen will?

Es ist ein häufiges Warnzeichen. Ein echter Mensch, der Sie treffen möchte, findet meist ein paar Minuten für einen kurzen Videoanruf.

Schreiben auf manchen Seiten bezahlte Mitarbeiter?

Auf manchen Portalen ja. Die Verbraucherzentrale rät, vor der Anmeldung in den AGB nachzusehen, ob der Anbieter mit Moderatoren oder Controllern arbeitet.

Was tue ich, wenn ich schon Geld überwiesen habe?

Brechen Sie den Kontakt ab, sichern Sie alle Nachrichten und Belege, sprechen Sie mit Ihrer Bank und erstatten Sie Anzeige bei der Polizei.

Ich werde mit intimen Aufnahmen erpresst. Was nun?

Zahlen Sie nicht, denn die Forderungen hören danach meist nicht auf. Brechen Sie den Kontakt ab, sichern Sie Beweise, melden Sie das Konto der Plattform und gehen Sie zur Polizei.